Verflixter Affe

Trotzdem Emma keinen Eistee hatte, war die heutige Nacht sehr unruhig. Wer kann ihr das auch verübeln, denn die Matratze unterscheidet sich vom Boden nur durch das darüber gespannte Leintuch. Abgequält sind wir um halb sieben aufgestanden und haben die Zeit bis zum Frühstück mit Spielen überbrückt. Eigentlich sollte es ab dreiviertel acht Frühstück geben. Vor zehn vor acht hat sich jedoch keine der Damen blicken lassen und dann haben sie einmal gemütlich zu kehren begonnen anstelle von Bestellungen aufnehmen. Ich hatte das selbe Frühstück wie gestern. Früchte und Eier. Daniel hatte ein Omlett mit Tomaten und Zwiebel. Sah ganz gut aus. Nach dem Frühstück waren wir etwas am Strand da wir bis elf Uhr warten mussten. Erst dann würde der Truck los Richtung Strand fahren. Leider fuhr der Laster nicht ganz bis zum Strand, sondern nur die halbe Strecke. Dort befindet sich ein zweites, kleines Camp. Ao Molac heißt der Ort. Wir wollten aber nach Ao Son, dem Schildkrötenstrand und von dort aus eventuell die Wasserfälle besichtigen. Nach dem wir gut die Hälfte der Strecke mit dem Laster gekommen waren, machten wir uns unter brütender Mittagshitze auf den Weg zum Strand. Wir folgten der Straße und kamen zum Glück bald in den Urwald, wo es um einiges kühler und somit erträglich war. Anstrengend war’s trotzdem. Nach etwas über einer Stunde kamen wir endlich am Meer an. Daniel war etwas enttäuscht, da er nur Steine sehen konnte und keinen Sand. Ich wusste aber, dass es ein Sandstrand war, also sind wir noch ein kleines bisschen weiter gegangen und das Ergebnis war überwältigend. Drei Kilometer gold-gelber Sandstrand und keine Menschenseele da. Daniel und Emma sind baden gegangen, ich bin einige hundert Meter weiter gegangen, auf der Suche nach Schildkröten. Natürlich habe ich keine gefunden. Zum einen ist momentan keine Eierlegsaison und zum anderen die brütende Hitze. Da wird sich wohl kaum eine Schildkröte an den Strand verirren. Also bin ich wieder zurück. Schnell alle Kleider ausgezogen und dann zu Emma, die wild mit einer Mangrovenschote hantierte. Wie sich heraus stellte, war sie damit beschäftigt im Sand zu zeichnen. Das kann sie seit heute und macht sie wirklich gerne. Wir verbrachten einige Stunden am Strand und wären gerne auch noch länger geblieben, aber leider habe ich vergessen die zweite Wasserflasche einzupacken und so hatten wir zu dritt nur einen Liter Flüssigkeit mit. Mal abgesehen davon, dass wir zu müde waren, wollten wir ohne Wasser auch nicht zu den Wasserfällen gehen, bei denen einer eine Stunde und der andere eineinhalb Stunden pro Strecke vom Strand entfernt lagen. Etwas ausgedörrt haben wir uns zurück nach Ao Molac geschleppt, wo zum Glück – wie versprochen – der Lastwagenfahrer in einer Hängematte schlief und uns dann zurück nach Hause gefahren hat.
In unserem Bungalow angekommen waren wir sehr glücklich endlich etwas trinken zu können und auch die kalte Dusche, es gibt hier ja kein Warmwasser, kam uns sehr gelegen. Bis es Zeit fürs Abendessen war, mussten wir etwas warten, aber das störte uns nicht, denn wir haben einfach mit den Enten gespielt und uns etwas ausgeruht. Auch beim Abendessen waren die Servierkörper verspätet. Als sie endlich da waren, sind wir essen bestellen gegangen und hätten Emmas Trinken am Tisch stehen. Ehe wir es uns versahen, saß schwup die wup ein Affe auf unserem Tisch und schnappte sich die Flasche. Trotz wilder Verfolgungsjagd durch die Bäume konnte der Affe auf die Felswand entkommen. Jetzt besitzen die Affen von Koh Tarutao eines von Emmas großen Fläschchen. So ein verflixter Affe. Hätten wir das ganze absichtlich gemacht, hätte uns die Aktion 6.000 Bath gekostet. 1.000 fürs Affenfüttern und 5.000 fürs Müllliegenlassen.
Zum Glück haben wir mehrere Flaschen und ich konnte ins Zimmer gehen und eine neue holen. Man lernt daraus, immer einen Stein in der Hosentasche haben um nach dem Affen schießen zu können und niemals irgendetwas stehen lassen.

Gesehene Tiere: Wildschweine, Warane, Affen, Krebse, Libellen, alle möglichen Schmetterlinge, ein senkrecht fliegendes Insekt, Gottesanbeterin, Spinne

Leider nicht gesehene Tiere: Tausendfüßer, Kobra, Gibbons

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