Abenteuer

Nach einer unruhigen Nacht, haben wir uns geschworen, Emma nie wieder Eistee zu geben. Kaum hatte das Restaurant geöffnet, haben wir gefrühstückt. Daniel und Emma hatten Reis mit Spiegelei. Ich, um ja jedes Fett zu vermeiden, hatte weiche Eier und Obst. Die Eier schmeckten zwar anders als bei uns, waren aber perfekt gekocht und bei Wassermelone und Ananas kann man nicht viel falsch machen. Nach dem Frühstück haben wir uns auf den Weg ins Visitorcenter gemacht um uns nach dem Kanuverleih zu erkundigen und wurden ans Pier verwiesen. Dort sind wir in einen kleinen Shop hinein, die Dame dort war aber nur „besonders hübsch“ und hat kein Sterbenswörtchen gesprochen. Ich glaube, sie kann kein Englisch. Wir haben dann heraus gefunden, dass man das Kanu am selben Ort mieten kann, wie dort, wo man den Eintritt in den Park bezahlt. Nachdem wir nicht genau wussten, wie lange wir aus sein würden, haben wir um zwölf Euro das Kanu für den ganzen Tag gemietet. Emma hatte ihren Bojenanzug an und wir fuhren los. Zuerst war sie quängelig, ist dann aber rasch eingeschlafen. Daniel war tapfer und ist die ganze Stunde über alleine durch den Mangrovensumpf gepaddelt. Landschaftlich war es wunderschön. Die Mangroven, der Fluss und hin und wieder ein paar spektakuläre Felsformationen. Tiere haben wir leider überhaupt keine gesehen. Dank meiner Navigation kamen wir dann bei der Crocodilecave an. Die heißt so, weil dort früher Krokodile vor der Hitze Unterschlupf gesucht haben. Krokodile gibt es aber auf der Insel schon längst keine mehr und somit blieb nur mehr der Name über.
Man hatte uns gesagt, wenn wir bei der Höhle sind, sollten wir uns einfach an einem Seil mit einer Plattform über den See in die Höhle hinein ziehen. Wir sahen den See, der in die Höhle hinein floss und wir sahen das Seil. Was wir weit und breit nicht sehen konnten, war die Plattform. Dafür lagen da aber Styroporblöcke herum, die wohl ein Ausmaß von rund einem Kubikmeter hatten. Todesmutig hatte sich Daniel bereit erklärt, einmal zu testen, ob man mit denen auch über den See kommt, und siehe da, es geht. Daniel kam zurück und Emma und ich sind auch noch auf die Platte gestiegen, auf der es mittlerweile sehr eng wurde. Mit unserer Stirnlampen bewaffnet, habe ich uns begonnen am Seil entlang in die Höhle hinein zu ziehen, vorbei an großen Tropfsteinen und unter Fledermauskolonien hindurch. Ein bisschen erinnerte mich das ganze daran, wie Harry und Dumbledore in „Harry Potter und der Halbblutprinz“ durch die Höhle mit den Inferi fahren. Sicher und ohne auf tote Körper zu stoßen haben wir nach gut zehn Minuten das Ufer erreicht. Dort haben wir unsern Styroporblock auf den Steg gehievt und sind in die Höhle hinein. Hinter einem Felsvorsprung lauerte uns ein besonders lustiger Tscheche auf, der sich gerade eben die Höhle angesehen hatte. Er sagte es sei wirklich schön und machte sich dann auf den Rückweg. Wir besichtigten die Höhle und es war wirklich wunderbar. Es gab sehr viele Tropfsteine und alles funkelte. Als wir unsere kleine Runde beendet hatten, stellten wir fest, dass der Tscheche noch immer da war. Er fragte uns, wie wir denn in die Höhle gekommen waren. Etwas verwundert, ob der komischen Frage, erklärten wir ihm, das wir mit dem Styropor kamen. Bald wurde uns auch klar, warum er fragte, unser vermeintlicher Steg war nämlich die Plattform mit der man eigentlich den See überqueren sollte. Hätte der Tscheche nicht auf uns gewartet, wären wir entweder in der Höhle gefangen gewesen oder hätten einige hundert Meter schwimmen müssen. Gemeinsam haben wir dann unsere Rückreise aus der Höhle hinaus angetreten.
Wir haben noch eine kurze Rast eingelegt, ehe wir sehr gemütlich zurück gerudert sind. Zuerst durfte ich etwas paddeln, ich bin darin aber nicht besonderes gut und habe Schlangenlinien über den ganzen Fluss gezogen. Nachdem Emma wieder schlafen wollte, hat Daniel uns zurück gebracht. Trotzdem wir in viele Seitenarme hinein gerudert sind, haben wir außer ein oder zwei Vögeln und ein paar winziger, hüpfender Fische keine Tiere gesehen. Sehr schade. Nach gut vier Stunden waren wir wieder zurück zu Hause.
Den Nachmittag habe wir am Strand verbracht. Emma sammelt gerne Muscheln in ihrem Kübel und ist eine leidenschaftliche Schwimmerin. Ich habe viele, kleine rote Muschel gesammelt und damit all unsere Aufenthaltsorte des Urlaubes in den Sand geschrieben und photographiert. Das kann man dann im Photobuch hinzufügen und weiß dann immer, von wo die Bilder sind.
Aufs Abendessen habe ich mich schon sehr gefreut, da mein Frühstück nicht unbedingt reichhaltig war und ich die letzten Tage hauptsächlich blanken Reis zu essen hatte. Heute sollte es Nudeln mit Tomatensoße geben. Viel hatte ich nicht erwartet, aber das Ergebnis war fürchterlich. Eine halbe Portion Spaghetti, mit einem Viertel Liter Ketchup und einem Schuss Palmöl. Da es kein Mittagessen gab, habe ich die Nudeln gegessen. Vom Ketchup habe ich so viel wie möglich über gelassen. Schlecht wurde mir trotzdem sehr. Bis zum Laden habe ich es nicht mehr geschafft um mir ein paar Kekse zu kaufen, Daniel und Emma mussten alleine gehen. Ich bin gleich ins Zimmer gegangen und habe mich hingelegt. Emma hatte ein Erdbeerfanta in ihr Wasser gemischt. Das Zeug ins wirklich widerlich. Nicht nur, dass es die Zunge knallrot färbt, es schmeckt auch noch dazu furchtbar.

Seit ein paar Tagen sagt Emma ihr erstes Wort. Es ist Ente. In Codierter Sprache kann sie auch noch ff für Fisch und Pf für Vogel.

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