Koh Tarutao

Heute Morgen ging es schon früh los. Kofferpacken, ein kurzes Frühstück und dann ab aufs Speedboat. Das Ding fetzt mit 1.200 PS übers Meer und hüpft nur so über Wellen hinweg. Einigen Passagieren ist wohl schlecht geworden. Ein Hund war auch an Bord, der hatte aber ziemlich viel Angst. Als wir nach einer Stunde in Tarutao angelegt haben, waren alle begeistert, bis sie gemerkt haben, dass es nicht Ihr sondern unser Stop ist. Die meisten kennen diese Insel gar nicht. Um den Nationalpark hier betreten zu dürfen, muss man eine Gebühr von 200 Bath pro Person, also fünf Euro, bezahlen. Wir haben hier einen Bungalow, der sogar eine kleine, zweite Ebene hat. Die Toilette ist beinahe westlich. Zumindest muss man nicht mit einer Schöpfkelle Wasser schöpfen um zu spühlen.
Wir sind dann erst mal an den Strand gegangen. Es ist ganz feiner, weißer Sand. Der Strand ist riesig und beinahe menschenleer. Im einzigen Restaurant auf der Insel haben wir unser Mittagessen eingenommen. Ich fühlte mich gut genug, um nach zwei Mahlzeiten nacktem Reis, wieder gebratenen Reis mit Gemüse zu essen. Ein Fehler. Wir sind mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass ich wahrscheinlich das Palmfett nicht vertrage. Am Nachmittag sind Daniel und Emma an den Strand gegangen, während ich mich im Zimmer vom Mittagessen erholt habe. Als ich wieder an den Strand kam, war Ebbe. Zwischen Ebbe und Flut sind hier bestimmt 150m Unterschied. Nach dem Emma mit Daniel in der Hängematte schlief, Habe ich nach spannenden Dingen in der Brandung gesucht. Es gibt hier viele kleine Krebse, die sich in Rudeln, Gruppen, Herden, Konglomeraten, Häufchen oder was auch immer bewegen. Wenn man näher kommt, graben sie sich alle ein. Leider sind sie sandfarben und stellen für meine Kamera nicht genügend Kontrast dar, um sie gut zu photographieren. Schnell hatte ich eine tolle Muschel und einen riesigen Einsiedlerkrebs gefunden. Die waren aber bald wieder vergessen, als ich das Gustostückchen des Tages fand. Ein großer brauner Oktopus war irgendwie am Strand gefangen. Schnell weckte ich Daniel und Emma, denn das durften sie nicht verpassen. Das arme Tier, mittlerweile ganz am trockenen, war schnell in unserm Kübel drinnen und mit Wasser versorgt. Ein Oktopus ist zwar schnell in einem Kübel drinnen, eine ganz andere Sache ist es aber ihn da wieder raus zu bekommen. Offenbar erschien ihm nämlich der Kübel als idealer Zufluchtsort und daher wollte er den überhaupt nicht mehr verlassen. Nach dem er noch bleiben wollte, hat Daniel eine litauische Familie mit kleinem Mädchen geholt, damit die den Tintenfisch auch noch sehen konnten. Mit viel Geduld und etwas Nachdruck könnte ich ihn dann dazu bewegen, unseren Kübel zu verlassen und ins Meer zu verschwinden. Saugnäpfe sind sehr, sehr klebrig.
Wir haben dann noch eine kleine Wattwanderung den Strand entlang gemacht und uns dann diesem und jenem Getier erfreut. Nach dem wir aber noch einen Aussichtspunkt erklimmen wollten, von dem aus man den Sonnenuntergang besonders schön sieht, haben wir uns dann auf den Weg gemacht. Auf einem Dschungelpfad sind wir steil nach oben geklettert, immer mit wachsamen Auge um nicht auf eine Kobra zu treten und waren dann sehr froh, als wir endlich oben ankamen. Die Aussicht ist sehr lohnenswert. Man sieht über die ganze Bucht und sieht, wie sich die untergehende Sonne im Meer spiegelt. In dem kleinen Pavillon brannten Räucherstäbchen und es gab einen Stein auf dem Münzen für die Götter lagen. Nach dem wir davon nichts wussten, hatten wir auch keine Münzen dabei. Falls wir noch einmal hinaufsteigen, wird Daniel Schuhe anziehen und wir werden ein paar Münzen mit hinauf nehmen. Beim hinuntergehen haben wir uns beeilt, denn es wurde langsam dunkel und der Weg ist sehr unwegsam.
Zu Abend gab es für Daniel und Emma gebratenen Reis mit Meeresfrüchten und für mich, wie immer, nackten Reis. Vielleicht versuche ich mich morgen einmal an Nudeln mit Tomatensoße (dafür fliegt man um die halbe Welt…), denn der Reis beginnt mich zu langweilen.
Emma hat dann noch ein klein wenig mit dem Mädchen aus Litauen und dem Mädchen der Familie hier gespielt. Jetzt ist sie müde und schläft fest neben mir.
Es gibt hier neben Affen auch noch nette, kleine Wildschweine. Die laufen hier in der Siedlung umher und sind sehr zutraulich. Heute Mittag war die Bache mit den Frischlingen unter unserem Haus. Später haben sie beim Restaurant Reis zu fressen bekommen.
Morgen werden wir entweder die Crocodilecave, hoffentlich mit Kanu, besichtigen oder an einen Strand fahren an den Schildkröten kommen um zu laichen und dann weiter zu einem Wasserfall gehen.

Für alle die nach Thailand reisen wollen und ein ruhiges und gemütliches Plätzen suchen, kann ich Koh Tarutao aber sehr empfehlen. Ich würde nur schauen, dass ich genügend Jause mithabe, denn außer dem Restaurant gibt es hier nichts und die haben eigentlich nur Reis. Laut den Litauen wird das mit der Zeit wirklich fad.

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