Wir probieren was Neues

Die letzten paar Jahre war es hier ja eher ruhig. Mit reisen war es nicht so viel. Nicht dass wir nicht gewollt hätten, aber Reisebeschränkungen, Lockdown und,… ja ihr wisst schon. Auf jeden Fall war das Fernweh jetzt schon sehr groß und eine kleine Auszeit vonnöten. Daniel und die Kinder lechzten nach Meer, ich will Abenteuer. Fahren wir doch an die obere Adria, Daniels Vorschlag, Antonia bekommt Schnappatmung beim Gedanken daran. Kroatien wäre nett meint Antonia, Daniel denkt dabei an Felsen und Seeigel und die Kinder drum herum verlangen lauthals nach Meer. Es ist Samstag Abend vor der geplanten Abreise am Dienstag Morgen und noch immer wissen wir noch so genau, wo es eigentlich hin gehen soll. Wir wissen, wir haben inklusive An- und Abreise fünf Tage Zeit. Wir können also nicht wahnsinnig weit weg. Wir sitzen also Abends vor Google Maps und versuchen uns zu einigen. In unseren Köpfen die Horrorszenarien von Seeigeln und überfüllten Stränden mit Schirmreihen. Plötzlich: Warst du schon einmal am Balaton? Balaton? Nein da war ich noch nie. Ich war überhaupt noch nie in Ungarn. Wir befragen den Routenplaner, 2,5 Stunden Fahrt das ist nicht so schlimm, das ginge ganz gut. Daniel sucht und bucht ein Hotel. Die Sache ist also entschieden. Worauf wir uns da tatsächlich einlassen ist uns noch nicht ganz klar, aber wir sind zuversichtlich einen schönen Urlaub zu haben, zumindest das das Hotel einen Pool. Es wird also schon klappen.

Montag Abend, das Auto ist bereits beladen. Dienstag Früh geht es nach letzten Vorbereitungen endlich los. Von uns zur Grenze nach Stein am Anger (Szombathely) ein Katzensprung. Der Grenzübergang unauffällig und offenbar erwartet auch niemand dass irgendjemand illegal aus Österreich einreist denn von Grenzbeamten keine Spur. Hinter der Grenze spürt man einige Unterschiede im wahrsten Sinne des Wortest augenblicklich. Die Straßen werden rumpelig. Unterwegs noch schnell die Straßenvignette online besorgt und schon geht es weiter. Die Landschaft ist, wie auch im Burgenland, verdorrt. Auch hier gab es wenig Regen. Aber das wissen wir. Aller Regen müsste ja zuerst an uns vorbei und wir hatten keinen. Emma hat uns alle mit dem Lesen von Straßenschildern unterhalten. Eine echte Herausforderung. Ungarisch ist nichts für schwache Nerven und auch ich kann nicht alle im Vorbeifahren lesen. Mit etwas unruhigen Kindern sind wir schließlich gegen Mittag in Cserszegtomaj in unserem Hotel Club Dobogomajor angekommen. Etwas früher als wir sollten. Unser Zimmer können wir ab drei Uhr beziehen aber wir dürfen schon an den Pool. Mehr interessiert die Kinder derzeit ohnehin nicht. Auto geparkt, Schwimmsachen an (das ist der Moment in dem ich bemerke dass meine Sandalen zu Gunsten der Regenjacken zuhause geblieben sind) und ab an den Pool. Ich brauche etwas länger um mich zu akklimatisieren und in den Urlaubsmodus zu kommen. Daniel wird sofort in den Pool verschleppt. Ich schlage meine Sommerliteratur auf und begutachte unauffällig das Umfeld. Wir haben unsere Strandtücher etwas abseits neben dem Kinderspielplatz und den Kinderpool (da ist das Wasser viel zu flach!) aufgebreitet. Die meisten Leute sind mit Liegen um den großen Pool versammelt, wir konnten aber keine Freien mehr ergattern. Die Anlage besteht aus kleinen Cottages und etwas größeren Apartment-Komplexen die ungarischen Bauernhäusern nachempfunden und zum Teil mit Schilf gedeckt sind. Sieht sehr nett aus. Das Zielpublikum, eine interessante Mischung; Kinder und Hunde. Es gibt also eine Menge Kinder und dazwischen eine Menge Hunde, zumeist ohne Leine unterwegs. Scheint problemlos zu funktionieren, soweit ich das beurteilen kann.

Die Familie rekelt sich im Whirlpool und ich beschließe mich dazu zu gesellen. Taktischer Fehler weil danach will ich nicht mehr ins große Pool; viel zu kalt. Schnell zurück auf die Decke. Wir essen ein paar Chips ehe es wieder ins Wasser geht. Ich werde nie wieder in dieses arktische Pool hinein gehen schwöre ich und verziehe mich mit meinem Buch auf ein Holzdeck neben dem Becken auf dem es mir gleich ordentlich den Hintern versengt und brutzle in der Sonne. Diese beiden Komponenten bewegen mich letzten Endes doch dazu noch einmal ins Wasser zu gehen. Es ist immer noch wirklich kalt, aber wenn ich immer in Bewegung bleibe, dann geht es. Mit Emma am Rücken kann man gut tauchen und es macht und beiden Spaß. Auf Papas Rücken kann man auch abtauchen. Der kann sogar bis zum Boden tauchen. Merlin musste das natürlich testen. Oskar geht lieber auf Nummer sicher. Ohne Schwimmflügel und Schwimmnudeln geht er nicht einmal in die Nähe des Wassers. Keine Ahnung ob er schwimmen kann oder nicht.

Mit etwas Müh und Not gelingt es uns die Kinder aus dem Wasser zu locken und an der Rezeption einzuchecken. Komplizierter als Gedacht da einige von uns abgelaufene Pässe hatten (mit denen das Einreisen noch Ungarn kein Problem ist, das habe ich kontrolliert) aber es offenbar nicht möglich ist in ein Hotel einzuchecken. Wir haben eine kleine Loggia in einem der Apartment-Häuser. Die Kinder schlafen auf Klappsofa und Zustellbett im Erdgeschoss, Daniel und ich haben Bett und Bad im ersten Stock. Kein übermäßiger Schnickschnack aber sehr nett.

Schnell zurück zum Pool aber Hunger und Durst quälen uns rasch zurück. Wir haben unsere Unterkunft mit Halbpension gebucht. Essen gibt es im Restaurant neben der Rezeption. Das Buffet ist eher unterdurchschnittlich aber es gibt Schnitzel und Penne mit Tomatensauce, die Kinder sind also zufrieden und ich mochte die Nachspeisen. Getränke werden beim langsamsten Personal der Welt extra bestellt und sind nicht inkludiert. Oskar konnte seiner Passion nachgehen und hat eine Katze gefunden und erfolgreich gefangen (besser als das Mädchen vom Nebentisch, die gebissen und gekratzt wurde).

Nach dem Essen gab es noch eine kleine Erkundungstour durch das Gelände. Auf der Wiese vor unserem Apartment gibt es eine Slackline, Fußballtore (wir brauchen noch einen Ball), einen Beachvolleyball Platz und den Hundepool inklusive Agillity Parcours. Über einen kleinen Bach (inklusive Sumpf in dem Oskar stecken geblieben ist) ging es noch zum Reiterhof. Die Meisten Pferde waren mit fressen beschäftigt. Ein besonders freundliches Exemplar konnte aber überhaupt nicht genug Streicheleinheiten bekommen und auch die Esel waren freundlich.

Jetzt schlafen die Kinder und wir alle freuen uns auf einen aufregenden Tag morgen. Bilder werden nachgereicht sobald alle technischen Probleme behoben sind.

Trivialinfo: Heute vor 9 Jahren gab es eine große Hochzeitsfeier. 😉

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