Pauschalurlaub

am

Wir sind wieder einmal unterwegs. Dass wir nach Ostern weg fahren wollten, wussten wir schon Anfang des Jahres. Wir haben uns aber noch frei gehalten, wohin wir eigentlich fahren wollen. In der Karwoche begannen wir dann nach Reisedomizilen zu suchen. Griechenland Regen 14 Grad, Italien und Spanien das selbe Spiel. Ja doof, was machen wir jetzt? Da kam der Gedanke auf, was ist denn eigentlich mit Ägypten? Das ist ja jetzt eigentlich nicht so viel weiter weg als Griechenland und das Wetter dort ist super. Der Gedanke mit Ägypten gefiel Daniel und mit ganz gut. Wir hatten es zwar bisher beide nicht so wirklich als Reiseziel im Kopf, aber die Pyramiden ansehen, das wäre schon echt cool.

Schnell war beschlossen, wir fliegen nach Ägypten. Der Plan; Flug nach Kairo, dort ein, zwei Tage bleiben, die Pyramiden ansehen und dann ab ans Rote Meer. Die große Ernüchterung kam bei der Suche nach einem Flug. Für einen Urlaub von einer Woche einfach unleistbar, vor allem, weil es ja dann einen weiteren Flug ans Meer braucht. Die Distanzen sind für Autofahrten einfach zu weit. Irgendwie kam Daniel dann auf die Idee mit einer Pauschalreise. Die sind wirklich spottgünstig. Wir zahlen jetzt für eine Woche im „fünf“ Stern Resort, All-inclusive, inklusive Flug und Transfer weniger als uns alleine der Flug nach Kairo gekostet hätte. Daniel fand ein günstiges Angebot über ETI.at. Am Ostersonntag versuchten wir dann zu buchen, das funktionierte aber über die Homepage nicht. Wir bekamen die Buchungsbestätigung erst am Mittwoch per Mail, am Donnerstag ging es los.

P1090085.JPGIm packen bin ich mittlerweile Profi. Das geht ruckzuck. Emma musste neue Sandalen kaufen, ansonsten war alles noch da. Am Donnerstag Nachmittag fuhr meine Schwester uns zum Flughafen. Wir gaben unsere Koffer ab und begaben uns zum Gate. Davor gab es noch ein kleines Abendessen. Von außen sah unser Flugzeug noch sehr gut aus. Im Innenraum gab es keinen Teil, dass nicht schäbig, schmutzig oder kaputt war. Auch die Geräuschkulisse war eher abenteuerlich. Ich war sehr froh, als wir wieder am Boden waren. Die Sitze im Flieger beginnen bei Reihe 20, es gibt die Sitze ABC und HIJ. Zum Verbleib der Reihen 1-19 und DEFG hatten die Damen in der Reihe hinter uns eine interessante Theorie. Irgendwann mal sind zwei Flieger abgestürzt. Beim einen war die linke Seite okay, beim anderen die Rechte. Also wurden die beiden zusammen geschweißt. Dieser Flieger ist irgendwann abgestürzt und war bis zur Reihe 19 hinüber. Also hat man einfach ein neues Cockpit dran gemacht und mit dieser Maschine waren wir unterwegs. Ob das slowakische Pärchen neben mir von der Geschichte wusste, weiß ich nicht. Auf jeden Fall hatten die schon eine halbe Flasche Doppler intus, als wir einstiegen und nach dem Start haben sie die zweite Hälfte getrunken. Es dürfte gewirkt haben. Sie rochen zwar etwas streng, schlummerten aber selig. Ansonsten haben die Kinder im Flieger viele neue Freunde gefunden und ich plauderte etwas mit dem Mutter-Tochter-Gespann aus der Nachbarortschaft in der Reihe hinter mir.

P1090089.JPGWir hatten den Flug, wunderlicherweise, gut überstanden und landeten pünktlich um 22 Uhr in Marsa Alam, einem privaten Flughafen. Von dort wurden wir gleich von Reiseleitern von ETI zu einem Schalter geleitet, wo wir auf einer Liste abgehakt wurden und Sticker für das Visum in unsere Pässe geklebt bekamen. An einem Schalter wurden diese von einem Beamten abgestempelt und dann mussten wir unsere Koffer holen. Von dort ging es noch einmal durch eine Sicherheitsschleuse (was denken die, dass wir aus dem Flughafen raus schmuggeln?) wieder zu Mitarbeitern von ETI und von dort weiter zum Bus. Mit dem Bus ging es in einer zwanzig minütigen Fahrt in Schritttempo zum sechs Kilometer entfernten Port Gahib Resort. Diese Zeit nutzte der Reiseleiter um uns in gebrochenen Deutsch mit Informationen zu überfluten. Für jemanden, der das nicht gewohnt ist, ist es äußerst befremdlich, wenn der Reiseleiter etwas fragt und der ganze Bus im Chor antwortet. Die Mitreisenden  dürften dieses Prozedere gewöhnt sein. Gegen Mitternacht, und nach einigen Schwierigkeiten, kamen wir endlich auf unser Zimmer. Wir hatten 50€ Aufpreis bezahlt und haben nun ein schönes, großes Familienzimmer.

Die ganze Anlage, wie Marsa Alam als Ganzes, ist verhältnismäßig neu. Vor 2001 war ganz Marsa Alam nur ein kleines Fischerdorf. Hier hat alles einen orientalischen Touch. Viele offene Räume, Schnitzereien und Marmor. Um dem ganzen noch einen weiteren Hauch von Luxus zu verleihen, sind hier überall kleinere und größere Pools. In das erste in der Lobby ist Oskar gleich gestern Abend noch hinein gefallen. Aber zurück zu unserem Zimmer. Das ist relativ groß und gemütlich. Wir haben ein großes Bad, zu Emmas Freude eine Garderobe/ Ankleidezimmer mit großem Schminktisch und einen Schlafraum mit zwei großen Betten. Außerdem zwei kleine Balkone auf denen man aber eigentlich nur nasse Badesachen aufhängen kann. Dafür sehen wir auf die Poollandschaft und können sogar einen Streifen Meer sehen.

Gestern Abend ging es aber einfach nur noch ins Bett. Wir waren alle sehr müde. Heute Morgen war um halb Acht Tagwache. Wir zogen uns an und gingen zum Frühstück. Offenbar sind wir schon im Nachbarhotel, dem Port Ghalib Palace einquartiert. Hier in der Anlange sind drei Hotels, die scheinbar alle dem selben Besitzer gehören und die Übergänge sind fließend. Schon während des Essens auf der Poolterrasse wollten die Kinder die ganze Zeit über ins Wasser. Wir nötigten sie noch dazu schnell ihre Zähne zu putzen, dann ging es ab ins Wasser. Das war leider wirklich kalt und der Wind ging auch sehr stark. Die Kinder, und mit ihnen dankenderweise auch Daniel, waren trotzdem im Wasser. Um elf musste ich dann in die Lobby, wir bekamen eine Einweisung vom Reiseleiter, diesmal ein anderer, aber auch in Deutsch mit sehr starkem Akzent. Wir wurden auf diverse Ausflüge aufmerksam gemacht und bekamen noch einmal eine Einweisung ins Hotel. Meine Träume Luxor zu besuchen konnte ich ab diesem Punkt begraben. Bis dort hin sind es rund sechs Stunden Fahrtzeit. Das ist momentan mit den Kindern nicht machbar. Dafür machen wir vielleicht mit bei einem Ausflug in die Wüste und einer Glasbodenboottour, mal sehen. Daniel möchte eventuell auch gerne tauchen gehen (so ihm das Wasser nicht zu kalt ist).

Oskar hat dann zu Mittag geschlafen und ich habe mich etwas dazu gekuschelt. Da die zwei großen hungrig waren, ist Daniel mit ihnen schon zum Essen gegangen (das ist das schöne an All-inclusive, es gibt immer irgendwo irgendwas. Als Oskar wach wurde, sind wir beide auch noch zum Essen gegangen. Alleine mit einem Kind, das nicht am Tisch warten sondern getragen werden will, ist das ganze etwas stressig, aber die tollen orientalischen Nachspeisen söhnen mich da wieder aus. Mit Süßkram kann man bei mir viel richten.

Den Nachmittag haben wir an einer kleinen künstlichen Lagune vor dem Speisesaal verbracht. Eigentlich ist es wohl nur ein Zierteich, aber es störte sich niemand daran, dass sie Kinder darin badeten. Einziger Nachteil, die blaue Farbe der Wand färbt ziemlich ab uns somit haben wir jetzt drei kleine Schlümpfe.

Nun sind wir alle geduscht und angezogen und sitzen in der Lobby um aufs Abendessen zu warten. Hier ist der einzige Ort, wo es (gratis) WLAN gibt. Die Kinder spielen daher mit ihren Tablets und ich habe Zeit zu schreiben. Jetzt sind wir aber alle schon hungrig und müde. Die gestrige Reise steckt uns noch in den Knochen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s