Touri-Tour durchs Hinterland

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Meine Aussage, dass das frühe Aufstehen nicht so schlimm ist möchte ich hiermit bitte gerne revidieren. Heute Morgen war ich unglaublich müde. Merlin und Oskar leider nicht, erneute Einschlafversuche scheiterten. Bis halb Acht habe ich mich durch drei Bücher von Sven Nordqvist gequält obwohl ich den Text nicht mal lesen konnte. Der Vorteil an Lieblingsbüchern ist, man braucht nur ab und ein Stichwort und schafft den Rest auswendig. Als ich dann wieder ins Bett ging, fielen mir die Augen zu, ehe mein Kopf am Kissen lag.

P1080466.JPGNach einem schnellen Frühstück meinerseits sind wir dann aufgebrochen zum Strand. Am späten Vormittag kommt hier die Flut und der Strand liegt noch im Schatten. Das ist ganz fein. Zuerst war ich noch mit den Kindern alleine, weil Daniel noch was einkaufen war. Emma und Merlin planschten im Wasser und Oskar kuschelte bei mir am Strandtuch, wo er dann auch einschlief. Als Daniel kam, legte er sich dazu um auch ein Nickerchen zu machen und auch Emma meinte, sie sein müde und wolle schlafen. Also schliefen die drei, ich strickte und Merlin grub mit einer Koralle Löcher in den Sand.

Gegen Zwölf bin ich dann aufgestanden um noch ein bisschen zu schwimmen. Mittlerweile war es für mich dazu auch warm genug. Dank der Flut war das Wasser jetzt richtig schön tief. Emma hat auch etwas schwimmen geübt und Merlin durfte auf meinem Rücken mit schwimmen. Wir wären gerne noch länger am Strand geblieben, aber wir hatten unserem Vermieter versprochen ihn heute zu begleiten, da er für seine Gäste eine Ausfahrt organisiert hat. Wir mussten daher zurück und uns duschen gehen. Die Begeisterung hätte größer sein können.

Wir haben kurzerhand beschlossen mit unserem eigenen Auto zu fahren. Diese Entscheidung stellte sich später als sehr gut heraus. Mit den sechs polnischen Mitreisenden wäre es im Kleinbus auch sehr eng geworden. So konnte Merlin bequem über die Rückbank (Kindersitze scheinen hier mehr oder weniger unbekannt zu sein) ausgestreckt schlafen. Wir anderen führen immer Roys Minibus folgend ins Hinterland. Der erste Halt war ein Stausee an dem wir halt machten um Bilder zu machen. Ich verstand nur um ehrlich zu sein nicht recht, was an dem See so toll sein sollte, dass ich ihn fotografieren müsse. Von dort aus ging es immer weiter den Hügel hinauf. Die Polen hielten ihre Smartphones aus dem Fenster um die Fahrt durch den Wald zu filmen. Wir fanden das ziemlich komisch und hatten unseren Spaß. Die ganze Zeit über blieb der Bus stehen, zum fotografieren von mäßig tollen Aussichten, Büschen und Dickicht. Einmal, als ein Affe auf einem Ast über der Straße auftauchte, hätten wir beinahe einen Unfall gebaut, weil Roy eine Vollbremsung einlegte und die Polen wie von der Tarantel gestochen auf die Straße sprangen um einen Schnappschuss zu ergattern (wir haben das ja gestern schon zur genüge erledigt). Danach ging es weiter zu Ananasfeldern. Offenbar ein weiteres Highlight; zumindest für die Polen. Roy kam dann zu uns und frage uns, warum wir keine Bilder machen würden, ob es uns nicht gefällt. Wir versicherten ihm, dass es uns gut gefiele und wir großen Spaß haben (den hatten wir ja auch, wenn auch aus anderen Gründen). Des weiteren erklärte Daniel, wir hätten schon so viele Ananas-Bilder gemacht, dass wir jetzt keine Weiteren davon machen müssten. Na ja. Die Tour ging dann weiter über die Hügel und wir sahen uns das Panorama an. Immer wieder blieb der Bus stehen und die Polen sprangen raus um Felder mit Kürbis oder Kohl mit ihren Kameras fest zu halten. Wir versuchten in der Zwischenzeit voraus zu sagen, wegen was wir als nächstes stehen bleiben würden. Ich habe gewonnen. Es war der Litschibaum mit dem Netz zur Vogelabwehr drüber. Auf der Schnellstraße haben wir dann die Gruppe verlassen und sind nach Créve Coeur gefahren, das direkt am Fuße des Berges Pieter Both liegt, der mich schon den ganzen Urlaub lang fasziniert. Pieter Both ist ein sehr steiler Berg, dessen Spitze scharf zuläuft. Oben auf der Spitze balanciert ein riesiger Stein.

P1080469.JPGDa wir alle hungrig waren, suchten wir in dem Dorf eigentlich ein Restaurant. Wir fanden keines. Was wir aber fanden war ein Straßenstand in dem eine Frau Roti verkaufte. Wir beschlossen uns dort etwas zu essen zu kaufen. Daniel und Emma stiegen also aus dem Auto. Ich hatte den schlafenden Merlin und den schlafenden Oskar auf der Schoß. Kaum waren Daniel und Emma ausgestiegen und überlegten, was sie bestellen sollten, begannen sich Dorfbewohner um uns zu versammeln. Als Merlin und Oskar wach wurden und ebenfalls ausstiegen, war gefühlt das halbe Dort da und beobachte uns. Wir waren wohl die ersten Touristen die jemals hier her kamen (ist vielleicht etwas übertrieben, aber wirkte so) und dann waren wir auch noch so verwegen an einem Straßenstand was zu essen zu kaufen. Für umgerechnet etwas über einen Euro bekamen wir drei herrliche Rotis. Daniel und ich mit scharfer Linsenfülle, die Kinder ohne Füllung. Von Emma gab es ein Daumen hoch und ein Grinsen. Es sei das beste, dass sie hier gegessen habe, sogar noch besser als Pommes (ihr Hauptnahrungsmittel). Die arme Verkäuferin kam etwas ins Schwitzen als ich zahlen wollte. Ich hatte nur 200 Rupien. Zum Glück war ja das halbe Dorf da und einer konnte den Schein dann wechseln. P1080471.JPG

Von Créve Coeur ging es dann noch in den Supermarkt und ab nach Hause. Dort kochte Daniel gebratenen Gemüsereis für uns und Pommes für die Kinder. Jetzt schlafen alle bis auf mich. Solche Touren sind ja auch echt anstrengend. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir halt eigentlich doch alle krank sind, auch wenn die Antibiotika gut wirken.

Hierbei möchte ich Roy noch einmal lobend erwähnen. Er gibt sich als Gastgeber wirklich große Mühe. Ich denke, es organisieren auch nicht viele eine kostenlose Sightseeingtour. Ich gehe wirklich davon aus, dass seine Tour spannend ist (die Polen sagten auch, sie haben im Feedback anderer Gäste gelesen wie toll es nicht sei und waren sichtlich begeistert), wenn man ein Tourist ist, der nicht viel weiter macht als am Strand zu liegen. Schließlich sieht man auf diese Weise nicht wahnsinnig viel vom Land. Wir sind natürlich, seit wir das Auto haben, jeden Tag zumindest einen halben Tag unterwegs und sehen uns Dinge an. Vieles sieht man, wenn man über die Insel fährt und zu einigen Dingen fährt man auch gezielt hin. Wenn man das so macht, dann haut einem ein Affe und ein Ananasfeld halt leider nicht von den Socken. Unseren Spaß hatten wir trotzdem.

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