Evakuierung durch die Navi

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Heute Morgen hat mich mal wieder die senile Bettflucht überkommen und ich war um sechs die Erste, die munter war. Nach und nach ist auch der Rest der Familie wach geworden. Nachdem uns zwei wichtige Dinge begannen auszugehen, Bargeld und Windeln, haben wir beschlossen vor dem Frühstück zur Touristeninformation zu gehen. Daniel ist also mit den Kindern zur Touristeninformation gegangen um Bargeld zu besorgen und ich bin mit den letzen 400 Bath los um Windeln zu kaufen (wie gut, dass eine Packung 195 Bath kostet). Als ich zurück kam, war Daniel schon fertig und erzählt irgendwas von einem Militärschiff, das heute an der Insel anlegen und Touristen mitnehmen sollte. Aha! Das ganze erschien mir etwas dubios, also nochmal rien in die Info. Heute um halb zwölf legt am Pier auf der anderen Seite der Insel ein Boot der Navi an um gestrandete Touristen zu „evakuieren“, da die kleinen Boote noch immer nicht fahren können. Die Überfahrt kostet nichts, aber er weiß nicht, wann das Boot wieder abfährt und auch sonst weiß er eigentlich nichts. Wir sollen René fragen. Wer zum Teufel ist René? Na der Typ von unserer Unterkunft. Danke auch was neues gelernt. Also zurück zur Unterkunft. Ich etwas aufgeregt vorne weg trappelnd, Daniel mit den Kindern hinten nach. René gesucht, gefunden und den Sachverhalt erklärt. Nachdem ihn das ganze überhaupt nicht verwundert hat, dürfte die Sache wohl des öfteren vorkommen. Er ist aber auch schon seit 20 Jahren auf Koh Mak, da hat man dann schon so einiges erlebt. Er hat gesagt, er ruft dort mal an und erkundigt sich. Er kommt dann danach zu uns. Ich habe vorsichtig optimistisch begonnen das Zeug im Zimmer zu sortieren. Kurz darauf der positvie Bescheid, es fährt tatsächlich ein Boot zum Festland und in einer Stude geht unser Taxi.
Daniel und die Kinder sind dann zu unserem Obstladen frühstücken gegangen, so dass ich in Ruhe die Koffer packen konnte. Immer wieder eine logistische Meisterleistung bei der ich mich frage, wie geht das viele Zeug nur in den Koffer rein. Aber irgendwie klappt es dann ja doch immer.
Nach dem Packen bin ich schnell nach zum Frühstück, ganz ohne wollte ich dann doch nicht fahren, und habe noch einen „Mango Sticky Rice“ gegessen. Danach ging es schon wieder zurück zum Bungalow um das Handgepäck fertig zu machen. Gerade hatte ich alles fertig verstaut und die Rucksäcke geschlossen, da hörte ich das unheilverkündente Rauschen in Oskars Windel, das so viele Mütter in Angst und Schrecken versetzt. Also, den ganzen Rucksack ausgeräumt, das Wickelzeug von unten raus geräumt, das Kind gewickelt und wieder alles zurück hinein. Ich war noch garnicht ganz mit wickeln fertig, da war unser Taxi auch schon da und das Gepäck wurde abgeholt. Wo ist eigentlich Daniel, der wollte doch noch schnell zum Supermarkt Proviant kaufen. Ah, da ist er ja. Zimmer zahlen, Gepäck in den Pick-up laden, der Fahrer hat einen tollen Huskey mit einem braunen und einem blauen Auge, auf geht es zum Pier. Was habe ich da eigentlich noch in der Hand? Ach Mist, das ist der Schlüssel vom Zimmer. Zum Glück war der Fahrer des Wagens offenbar ein Freund der Vermieters und hat versprochen den Schlüssel zurück zu bringen.
Wir stehen jetzt also am Pier. Ein Soldat in Uniform versucht sich in der Menge aus Touristen und Einheimischen Gehör zu verschaffen und Menschen zu sortieren. Vom Boot ist nichts zu sehen. Nach einer gefühlten Ewigkeit taucht am Horizont ein dunkler Schatten auf. Das wird also unser Boot sein. Gebannt beobachtet man, wie es näher kommt während man ein Kind davon abhält ins Wasser zu springen oder andere Wartende mit Steinen abzuschießen. Endlich legt das Boot am Pier an. Die Aufregung ist groß. Schlagen werden gebildet, aufgelöst und neu gebildet. „Familien mit Kindern bitte hier her!“ Wir schnappen unser Gepäck und gesellen und zu dem halben Dutzend anderer Familien mit Kindern. Hauptsächlich Einheimische. Wir sollen zuerst an Bort gehen. Sehr schön. Wir gehen an Bort. Der erste Schok. Frauen und Kinder bitte hier lang, unter Deck, die Männer bitte hier lang aufs Deck. Da stehe ich also, alleine mit drei kleinen Kindern. Wir werden weiter unter Deck geschoben und landen schließlich in einem überfüllten Aufenhaltsraum mit vielen Müttern mit Kindern. Bei einer britischen Familie am Tisch ist noch etwas Platz. Emma und Merlin setzen sich auf die Bank, ich habe noch Platz für einen halben Hintern. Die Türe hinter uns wird geschlossen. Wie gut, dass ich den DVD-Spieler voll geladen habe, denn die Kinder beginnen zu quängeln. Ich schalte ihn ein und für die nächsten zwei Stunden haltet uns Paw Patrol ganz gut beschäftigt. Dann das Unvermeidbare. Die Battarie ist aus. Die Kinder sind jetzt müde, es ist heiß und stickig. Eine Runde Kekse für alle! Kurzfristige Erleichterung. Ab und an hat Daniel vorbei geschaut. Er muss an Deck sitzen. Der Fahrtwind macht es kalt, aber die Sonne brennt erbarmungslos und mit jedem Besuch hat seine Haut eine noch rotere Farbe angenommen. Nach einer gefühlten Ewigkeit (drei oder vier Stunden) sind wir endlich im Hafen in Trat angekommen. Unserem Bereich zugeteilt ist der Schiffsarzt. Er spricht kein Englisch und es ist gut, dass er kein Kinderarzt ist. Er spricht laut, schnell und fuchtelt dabei herum. Was er von mir will, weiß ich nicht so genau. Oskar brüllt und Merlin auch. Wir müssen warten bis die Leute vom oberen Deck ausgestiegen sind. Irgendwann stößt Daniel zu uns. Was für eine Erleichterung. Er kümmert sich um Merlin. Irgendwann schnappt der Schiffsarzt Emma bei der Hand und drängt sich mit ihr an den Leuten vorbei. Offenbar haben wir jetzt genug gewartet. Wir versuchen nach zu kommen und sie zu beruhigen. „Geh mit, wir kommen schon.“ Zum Glück ist sie brav und folgt. An Land ist sie dann aber doch ganz froh uns wieder zu haben. Die Leute werden erneut sortiert. Alle die zum Flughafen wollen in diesen Truck, die Leute Nach Bangkok hier hin. Wir wollen aber nach Trat. Ach, dann müsst ihr in diesen Bus. Der Bus ist voll, ach dann doch lieber in diesen Pick-up. Okay. Wir fahren 200 Meter den Steg entlang um danach erneut sortiert zu werden. Jetzt aber steigen wir in einen Bus und auf geht die Fahrt nach Trat. Die Sonne geht bereits unter. Der Bus führt uns nicht ins Zentrum von Trat sondern irgendo außerhalb auf den Busbahnhof. Wir steigen ins nächste Taxi und sagen ihm er soll uns zu einem netten Hotel bringen. Wir haben in der Früh ja nichts gebucht. Der Taxifahrer versucht noch eine Gruppe Backpackers zu überreden auch mit zu fahren. Irgendwann gelingt ihm das aus. Und ab geht die Fahrt zurück ins Zentrum von Trat. Wir werden zu irgendeinem Hotel gefahren. Ich glaube „Pop“ heißt es. Sie haben ein Familienzimmer mit zwei Betten und es sieht soweit annehmbar aus. Wir sind alle müde, also bleiben wir.
Nach der Ankunft haben wir noch eine schnelle Runde über den Markt gedreht. Viele Touristen gibt es hier nicht. Die Einheimischen sind dafür umsomehr begeistert von Oskar, der wie ein Busch-Lori mit riesigen, blauen Augen aus der Trage schaut. Nach dem Markt gibt es noch ein kurzes Abendessen in einem Restaurant. Danach geht es ab ins Zimmer. Genug für heute, wir sind alle müde.

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