Alte Gewohnheiten

Nachdem wir ein Mietauto haben, sind wir heute wieder in die alte Gewohnheit verfallen und sind einfach einmal losgefahren ohne genaues Ziel. Als erstes sind wir an der Salzgewinnungsanlage vorbei gefahren. Dort trocknen sie in riesigen Becken Meerwasser bis man das Salz absammeln kann. Unseren ersten Halt haben wir in El Golfo gemacht. Dort sind sie eben dabei, ihre Touristenattraktion zu zerstören. Eigentlich sollte man dort eine Bucht mit einem grünen See im schwarzen Sand sehen. Derzeit bauen sie aber mitten durch den See eine Straße und man sieht daher zwei aufgewühlte Lacken, viele Bagger und schwarzen Sand. Die Touristen kommen trotzdem noch reisebusweise hin. Es gibt dort aber auch sehr spektakulär brechende Wellen, die richtig hoch spritzen. Spannend war es also auf alle Fälle.

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Wellen vor El Golfo

 

Danach sind wir weiter gefahren. Eigentlich wollten wir uns den Vulkannationalpark ansehen. Dafür musste man aber Eintritt zahlen, das war nicht so das Problem, und es gab dort einen ewig langen Stau. Für das, dass wir nicht einmal genau wussten, was wir dort zu sehen bekommen würden, war uns das zu viel Aufwand und wir sind einfach so weiter durch das Vulkanland gefahren. Irgendwann hat sich die Landschaft dann begonnen zu ändern. Von felsiger Mondlandschaft hin zu sandigen Ebenen. In La Santa haben wir in einer kleinen Bar zu Mittag gegessen. Ich hatte ein Roterüben Risotto mit Ziegenkäse und Thymian. Das hat sehr gut geschmeckt und ich muss irgendwann einmal nach einem Rezept dafür suchen. Emma und Daniel haben ein Findusessen gegessen. Dessen Lieblingsessen sind nämlich Frikadellen und so waren Nudeln mit Fleischleibchen genau das richtige.

Hier im flacheren, sandigeren Teil der Insel wird auch mehr Ackerbau betrieben. Hauptsächlich wird Mais und Zwiebel angebaut. Bei den Mengen an Zwiebel die ich gesehen habe, muss der wohl zum Teil auch exportiert werden, denn so viel können die Leute hier nicht essen. Es werden auch irgendwelche krautigen Büsche angebaut. ich habe aber keine Ahnung was es ist und es wäre mir auch unangenehm gewesen stehen zu bleiben und über die Mauer in das Feld zu klettern nur um es heraus zu finden. Dieses Rätsel bleibt also bis auf weiteres ungelöst. An manchen Stellen wird hier auch Wein angebaut. Dieser wird nicht wie bei uns, auf hohen Reben gezogen sondern die Reben sind sehr nieder gehalten und der Wein wächst zirka 20-25cm über dem Boden. Ich vermute, dies geschieht aufgrund des Windes.

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Daniel und Emma in den Dünen von La Caleta de Famara

 

Unser nächster Halt war La Caleta de Famara, ein kleiner Ort im Nord-Westen der Insel. Hier ist es sehr windig und es gibt viele Sanddünen, so wie auf Gran Canaria. In der Ortschaft gibt es nicht besonders viele touristische Pensionisten, denn hier ist alles aufs Surfen ausgelegt. Wir haben einen kleinen Strandspaziergang gemacht und ein paar Surfanfänger beobachtet, wie sie versucht haben über die letzte Welle vor dem Strand, hinaus aufs Meer zu kommen. Sonderlich erfolgreich waren sie nicht, wobei aufgrund der empirisch ermittelten Daten festzustellen ist, dass Frauen weniger gut surfen können. Von den acht Surfern, vier männlich, vier weiblich, haben es nämlich nur die Männlichen auf Meer hinaus geschafft. Nachdem es furchtbar windig war und Emma kalt war, sind wir nach einer kurzen Runde zurück zum Auto gegangen. Dort ist sie so gut wie sofort eingeschlafen. Merlin hatte ohnehin schon seit dem Mittagessen geschlafen und gab nur kurz ein paar Laute des Unmutes von sich, als wir ihn vom Autositz in die Trage und wieder zurück verfrachtet hatten.

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Emma und ich am Kamel

 

Von La Caleta de Famara sind wir über Nazaret (ja, es gibt hier einen Ort, der heißt so und sah so aus, wie vielleicht auch das biblische Nazaret zu Zeiten Jesu ausgesehen hat) nach Arrecife gefahren. Auch dort sind wir nur durch gefahren um zum Highlight des heutigen Tages zu kommen, dem Kamelreiten. Nachdem Daniel Kamele nicht ausstehen kann und Emmas Aufmerksamkeitsspanne eher kurz ist, haben wir beschlossen, dass nur ich mit ihr reiten werde und wir nicht die Tour nehmen, die eine Stunde dauert, sondern nur die kurze Runde mit zwanzig Minuten. Als wir Emma geweckt haben und ihr gesagt haben, „Emma, Kamele“ riss sie sofort die Augen auf und rief „Reiten!“ Immerhin hatte ich es ihr ja schon gestern versprochen und sie hat sich sehr darauf gefreut. Merlin durfte bei Papa bleiben und es war das erste mal, dass er zwanzig Minuten bei ihm war ohne auszurasten und sich zu übergeben (zugegeben, er hat geschlafen). Ich sehe doch noch nicht ganz schwarz für meinen Pub Abend Ende Februar. Emma und ich sind einstweilen unsere Runde auf dem Kamel geritten. Jeder der so einen Ritt hinter sich hat, weiß, warum diese Tiere auch Wüstenschiff genannt werden. Auf dem Rücken eines Kameles schaukelt man so hin und her wie auf einem Schiff bei Seegang. Da haben wir uns sehr fest an den Griffen vor uns am Sattel fest gehalten. Wobei ich aufpassen musste, dass Emma sich nicht die Zähne ausschlagt, denn Griff und Zähne waren zirka auf der selben Höhe und wenn das Kamel über eine Unebenheit ging, dann kamen sie einander bedrohlich nahe. nach dem Absteigen wollte Emma gleich noch eine Runde reiten. Mal sehen, wie viel sie in den nächsten Tagen noch davon spricht. Vielleicht fahren wir am Samstag noch einmal hin und sie darf noch eine Runde reiten. Als Andenken hat sie jetzt auf jeden Fall einen Kamelführerschein mit Photo von sich bekommen. Wenn ich einen geeigneten Stift habe, dann werde ich noch ihre Daten ausfüllen.

Abendessen gab es heute wieder Fusion-Dinner. Diesmal asiatisch. War auch ganz gut und Daniel war überglücklich, weil es Sushi gab. Die Kinder waren diesmal auch relativ brav. Merlin hat in der Trage geschlafen und Emma hat erst gegen Ende hin begonnen, etwas zappelig zu werden. Vor dem Einschlafen haben wir noch ein paar Bücher im Bett gelesen und gekuschelt. Das war sehr schön und geht leider nur, wenn Merlin fest schläft.

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Ein von Emma geschossenes Merlinbild

 

Morgen werden wir in den Norden von Lanzarote fahren. Dort haben wir drei Programmpunkte. Wir, oder eigentlich ich, wollen uns den Kaktusgarten ansehen. Der zweite Punkt ist eine Höhle die man besichtigen kann und dann gibt es noch einen Wassergarten oder sowas in der Art. Was es genau ist, das geht leider aus dem Folder nicht hervor, aber wir werden es schon noch sehen. Falls nach diesen drei Dingen noch Zeit ist, werden wir uns entweder das Aquarium ansehen oder so den Papageienstränden gehen. Die sollen von unserem Hotel aus zu Fuß ganz gut erreichbar sein.

 

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