3. Tag – Los geht es nach Rusesti

Offenbar war es Mama und Papa nicht gelungen das Frühstück zu verschieben, denn als Bine, Emma und ich eine Stunde früher beim Frühstück waren, war da kein Frühstück. Also sind wir nochmal ins Zimmer zurück und haben die Zeit mit Leo Lausemaus überbrückt. Ich habe begonnen das Gepäck für die nächsten Tage zu packen, da wir nicht alles mitnehmen konnten und der Rest im Zimmer zurückbleiben musste.

Endlich gab es Frühstück. Nach dem Frühstück wurden die Taschen fertig gepackt und die Esel gesattelt. Am Vorabend hatten wir noch beschlossen nur mit Ludwig und Emely zu gehen, da vier Esel zu viel waren und die beiden braver waren als die beiden jüngeren Eseln. Etwas Schwierigkeiten bereitete es noch, den Leuten klar zu machen, dass wir nur zwei wollten, aber es hat funktioniert.

Mit zwei Eseln ging das ganze wesentlich besser. Wir gingen wieder ein Stückchen der selben strecke wie schon am Vortag. Bei der Pferdekoppel bogen wir jedoch nicht ab sondern gingen der Straße entlang weiter. Obwohl wir die Hälfte der Strecke an der Straße gingen, bestimmt mehrere Stunden lang, kamen nicht mehr als drei, vier Autos vorbei. An einer kleinen Kirche hatten wir Rast gemacht. Die Esel fraßen die Schößlinge einer Weide und wir aßen zu Mittag. Erneut wagte Emma den Versuch auf dem Esel zu reiten. Immerhin konnte sie etwas darauf sitzen und den Esel am Rücken streicheln. Nachdem es sehr kalt und windig war, hat Emma ihre Buddelhose und die Regenjake anbekommen.

Wir sind auf den letzten Kilometern au der Straße in einen leichten Schnürdelregen gekommen. Als der Regen vorbei war kamen unheimlich viele Fliegen wie aus dem Nichts und umschwirrten uns. Am schlimmsten ging es dem Hund. Um seinen Kopf hatte sich eine ganze, schwarze Wolke gebildet.

Am heutigen Tag gab es keine Probleme mit der Markierung. Die einzige Abzweigung war schnell gefunden und es ging über einen Feldweg. Dieser führte ins Tal. Über Serpentinen ging es hinunter. Auf der Hangseite waren wunderbare Trockenrasen zu bewundern, talseitig war immer Wald. Das war landschaftlich wunderschön zu betrachten.

In einem kleinen Wald auf halber Strecke machten wir nocheinmal eine kurze Pause. Da nun beide Esel schweres Gepäck zu tragen hatten, war die Pause alle zwei Stunden notwendig. In diesen Pausen nimmt man ihnen die Packtaschen und das Gestell ab, so dass sie auch gemütlich liegen und sich gut schütteln können. Der letzte Teil des Weges ging sehr schnell. Im Tal angekommen kam auch die Sonne heraus und es wurde sehr, sehr heiß. Emma, immer noch im Regengewand, wurde wohl etwas gekocht. Da sie aber schlief und der Weg auch nur noch zirka einen Kilometer weit war, haben wir beschlossen sie nicht zu wecken sondern uns zu beeilen und zum Quartier zu kommen. Als würden die Esel wissen (was sie vielleicht tatsächlich tun, die gehen die Strecke ja öfters…), dass wir jeden Augenblick ankommen sollten, ließen sie sich den letzten Kilometer schieben und ziehen.

Im Quartier angekommen wurden die Esel auf der Wiese vor dem Haus angepflockt. Ich bezweifle, dass kurzgeschnittener Rasen eine ihrer Lieblingsmahlzeiten ist, aber beschwert haben sie sich auch nicht. Wir haben unsere Zimmer bezogen und uns umgezogen. Emma war begeistert von den Tieren am Bauernhof. Diese Familie hatte sehr viele Schweine. Bestimmt an die sieben Stück. Ein paar waren im Stall eingesperrt, ein paar konnten auf der Weide laufen. Das tolle war, dass sie alle zum Zaun kamen und eine Streicheleinheit abzuholen. Emma hatte sehr viel Spaß dabei. Seit diesem Abend weiß sie aber auch, dass Schweine nicht grunzen sondern Schmatzen. Es gab auch viele Hühner, einige Kühe und zwei Kälber. Emma mochte die Kälber. Es gab auch einen großen Hund. Der sah aus, wie ein Bernhartiner nur in der Größe eines Bernersennenhundes. Dieser Hund näherte sich Emma von hinten und leckte sie ab. Emma drehte sich um und scheuerte dem Hund eine. Damit hatte der arme Hund wohl nicht gerechnet. Er liebte Emma danach aber umsomehr.

Zum Abendessen gab es Nudelsuppe, danach, ratet mal, Hühnerbeine mit Reis und zur Nachspeiße einen wundervollen Kuchen. Gerne hätte ich das Rezep gehabt, aber die Frau des Hauses konnte nicht gut genug englisch um das Rezept zu bekommen. Aber bei uns gib es ja auch tolle Kuchen.

Eingeschlafen bin ich einigermaßen schnell. Gut geschlafen habe ich nicht, da die einzige Glühbirne im Dorf am Masten vor dem Haus so hell geleuchtet hat, dass es in meinem Zimmer taghell war.

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Emma streichelt Emely
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Emma hüpft
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Bei Regen auf der Hauptstraße
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Trockenrasen

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