1. Tag – Anreise

Da wir mit dem Hund auf Urlaub fahren wollten und es so oder so keinen Flug nach Cluj gab, hatten wir beschlossen mit dem Auto zu fahren. Leider wurde eine Woche vor dem Urlaub festgestellt, dass der Fiat Multipla meiner Eltern nicht mehr fahrtauglich ist. Jetzt standen wir da, eine Woche vor Reiseantritt und kein Auto zum fahren. Petunia, der Twingo meiner Schwester und mir, war natürlich für fünf Personen, einen Hund und Gepäck viel zu klein. Daniel und alle anderen nahewohnenden Verwandten brauchten ihre Autos selbst um in die Arbeit zu kommen. Was also tun? Zum Glück, gibt es hilfsbereits Freunde. Wir haben einen Fiat Panda und in letzter Minute einen Skoda Oktavia zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen herzlichen Dank an dieser Stella an Anna und Agnete! Wir haben beschlossen, alle mit dem Skoda zu fahren, da wir so nicht mir zwei Autos unterwegs sein mussten und die Sache vereinfachen würden.

Aufgebrochen sind wir am Sonntag. Um der größten Hitze auszuweichen und um einigermaßen zu einer vernünftigen Zeit anzukommen sind wir um halb fünf Uhr morgens aufgestanden. Das Frühstück wurde ohne viel murren, aber auch ohne viel Begeisterung, gegessen. Dann ging es ans Auto beladen. Wie sich heraus stellte, war der Kofferaum des Oktavias doch geringfügig kleiner als erwartet und so brauchte das Packen eine gefühlte Ewigkeit. Gegen sechs Uhr früh war dann aber alles im Auto was drinnen sein sollte und, wie die Sardinen in der Dose, konnten wir unsere Reise antreten. Ich will mich ja nicht beschweren, aber so ein Kindersitz braucht schon verdammt viel Platz. Wir „Kinder“ saßen also hinten. Wirklich gemütlich hatte es eigenlich nur Emma, die in ihrem großen, geräumigen Sitz wie eine Königin schlief. Philippine und ich durften auf den verliebenen eineinhalb Sitzpläten kuscheln. Die vordere Reihe hatte es aber auch nicht viel besser erwischt. Papa, der fuhr, hatte natürlich genügend Platz. Am Beifahrersitz musste Mama mit dem Hund sitzen. Eigentlich klingt das nicht so schlimm. Der Hund hat jedoch die Eigenschaft ein ganzes Doppelbett für sich zu beanspruchen und so eingeklemmt in einen Fußraum zu sitzen behagt ihr garnicht. Daher hat sie, ohne viel federlesen noch den halben Sitz auch noch okupiert. Wie ihr das gelungen ist? Mit ihrer Geheimwaffe, dem mörderischen Mundgeruch der allen Insassen des Autos die Luft nimmt sobald das Maul sich öffnet.

Die eine Stunde Fahrt bis zur Granze ging flott. Schnell wurde noch eine letzte Nachricht an die zurückgebliebenen Liebsten geschrieben und schon ging es weiter richtung Buderpest. Die Stadt ist in aller Früh an einem Sonntagmorgen sehr problemlos zu durchfahren, Sightseeing miteingeschlossen. Danach ging es auf in die weite, flache Pusta. Also Autofahrer ist man in dieser Gegend nicht zu beneiden. Die Autobahn geht kilometerweit einfach nur gerade aus. Sehr einschläfernd. Irgendwo in dieser langen Einöde ist Emma aus ihrem Schönheitsschlaf erwacht und so haben wir an einer Raststation Pause gemacht und eine kleine Jause eingenommen. Emma und Philippine haben die höchsten Erhebungen der Umgebung, ein paar Kanaldeckel von Wasserspeichern, bestiegen.

Viel zu schnell schon war die Pause zuende und wir schichteten uns wieder ins Auto. Nach einer Weile durch die Einöde kamen wir nach Debrezin welches wir durchfahren hatten. Ich muss sagen, die Stadt ist in etwa so schön, wie mir die gleichnamigen Würste schmecken. Für alle die es nicht wissen, ich kann Würsteln nicht ausstehen. Sehr schnell schon waren wir an der Grenze und mussten unsere Pässe herzeigen. Johannes und Emma konnte der arme Zöllner sehr leicht identifizieren. Mit Antonia, Elisabeth und Philippine hatte er schwierigkeiten und hat es dann wohl aufgegeben. In seiner Überforderung hat er den Hund im Fußraum völlig übersehen.

Über der Grenze mussten wir Maut zahlen, also sind wir zu so einen Mauthäuschen hin gefahren. Dort waren auch einige Typen, die Handys verkaufen wollten. Sofort versuchten sich unzählige Smatphones mit unserem Auto zu verbinden. Ich bezweifle, dass diese Männer lizensierte Händler der Telephone waren…

In der erstbesten Stadt, ich habe keine Ahnung mehr wie sie hieß, beschlossen wir zu Mittag zu essen. Dies stellte sich als großer Fehler heraus. Nicht etwa, weil das Essen nicht gut war. Aber dazu später mehr. Beim Essen bestellen stießen wir zum ersten mal auf eine sprachliche Bariere, da niemand von uns Rumänisch spricht. Die Kellnerin sprach aber zum Glück ein recht gutes Englisch und so kam jeder von uns zu seinem Essen. Nur der Salat verursachte geringfügige Probleme. Papa bestellte dreimal Krautsalat und einmal irgendwas von dem er keine Ahnung hatte, was es war. Das Irgendwas stellte sich später als Essiggurken heraus. Das Essen war ganz okay aber etwas zu viel. Emma und der Hund bekamen eine gratis Dusche im Grünstreifen, da dort gerade die Bewässerung anging. Zum Glück war Marie aber wieder trocken vor wir ins Auto stiegen. Nasser Hund mit Mundgeruch wäre wohl unerträglich gewesen.

Immer kleiner wurden nun die Straßen auf denen wir fuhren. Zuerst fuhren wir noch an einigen Autohändlern vorbei und durch eine kleine Stadt aber bald schon waren wir irgendwo im Nirgendwo angekommen. Ich muss ganz ehrlich zugeben. Hier fehlt mir zirka eine Stunde der Strecke, da ich etwas eingenickt bin, offenbar gab es jedoch sehr viele tote Tiere zu bestaunen. Als ich wieder aufgewachen bin, verließen wir eine Stadt und überholten ein Pferdefuhrwerk. Es sollte die letzte Stadt gewesen sein, die wir diese Woche zu Gesicht bekommen sollte. Wir fuhren immer weiter Richtung Belis und von Belis dann richtung Risca. Unser erstes Quartier zu finden stellte sich als etwas schwieriger heraus als erwartet. Zum Glück hatten wir ein Bild vom Haus und überall am Straßenrand waren hilfsbereite Leute mit Verkaufsständen. Wir konnten zwar kein Wort Rumänisch und die kein Wort englisch, aber letzten Endes ist es uns gelungen zu unserer Unterkunft zu gelangen.

Im Quartier angekommen wurden wir sehr herzlich begrüßt und in unsere Zimmer gebracht. Danach durften wir die Esel kennen lernen. Da dort nicht nur zwei Esel standen, sondern vier, haben wir uns vorsichtshalber mit allen vieren bekannt gemacht. Jeder hatte sofort seinen Liebling ins Herz geschlossen. Wir wurden wohl von den Eseln auch ins Herz geschlossen, denn wir hatten Karotten und Esel lieben Karotten. Emma hat vorallem die Blaubeeren am Waldboden ins Herz geschlossen. Die haben es ihr besonders angetan.

Endlich war es Zeit fürs Abendessen. Zur Vorspeiße gab es eine Art Gemüsesuppe mit Paprika und Schafmilch (?). Die Suppe sah nicht sonderlich gut aus, schmeckte jedoch sensationell. Wir aßen alle fleißig. Nach der Suppe begann die Mutter des Hauses zu servieren, so dass sich der Tisch durchgebogen hatte. Für uns gab es gekochtes Schwein und für Papa, der ja kein Schwein isst, Hühnerbeine und gebackenes Gemüse. Dazu gab es Kartoffelpüree und Brot und Reis, und, und, und… besonders viel hatten wir nicht gegessen, da wir ja ordentlich zu Mittag gegessen hatten und die Suppe so gut war. Das hat uns so leid getan. Zur Nachspeiße hat sie uns dann noch Erdbeeren vom Nachbarn gebracht die zum Glück fast alle von Emma vertilgt wurden.

Von der Reiseleiterin, der Tochter des Hauses, bekamen wir dann unsere Wanderroute etwas erklärt. Sie sagte uns auch alles wichtige, das wir unterwegs wissen mussten. Von der langen Reise sehr müde sind Emma, Philippine und ich ins Bett als es draußen noch hell war. Später als acht Uhr kann es nicht gewesen sein.

Kennenlernen der Esel
Kennenlernen der Esel
Hund im Auto
Hund im Auto
Mittagessen
Mittagessen

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